Glaub doch was du willst – 5 Fragen für mehr Klarheit

5-warum-Methode: Treppen

Diese Kreativitätstechnik hilft dabei, Klarheit zu gewinnen, sich selbst besser kennenzulernen und die eigenen Glaubenssätze zu verändern.

Stehst du dir auch manchmal selbst im Weg? Oder kommst nicht so recht an die Ursache einer aktuellen Herausforderung heran und drehst dich im Kreis? Solltest du gerade still nicken, sei dir sicher: du bist damit nicht allein. Wir alle tragen Glaubenssätze in uns, mit denen wir uns selbst ausbremsen oder im Weg stehen – bewusst oder unbewusst.

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Kinder machen es instinktiv: sie fragen uns Löcher in den Bauch. Als Erwachsene stellen wir vielleicht auch gerne Fragen, geben uns aber meist mit der ersten Antwort zufrieden. Das ist schade, denn gerade die tieferliegenden Ebenen einer Antwort sind aufschlussreich. Denn gerade sie bringen uns näher an uns selbst und an eine Lösung heran.

Ich liebe es, bei Herausforderungen nicht nur die Symptome zu beheben, sondern vor allem den Ursachen auf den Grund zu gehen. Mein neugieriger Forschergeist kann nicht anders. Und das heißt für mich: zurück zum Gefühl. Ich glaube fest daran, dass es, bei allem was wir tun, im Kern nur um unser Gefühl geht.

Feel it Baby

Doch manchmal ist es schwierig, dieses Gefühl überhaupt zu erspüren. Vielleicht benötigt man auch eine schnelle, rein rationale Lösung. Oder möchte negative Glaubenssätze aufdecken und das Muster erkennen, welches für bestimmte Gefühle verantwortlich ist. Für all diese Fälle gibt es eine tolle Kreativitätsmethode: Die 5-Warum, 5-W oder 5-Why-Methode.

Es ist eine Fragetechnik aus dem Qualitätsmanagement, die fünf Mal hintereinander „Warum?“ fragt. Erfunden hat sie der Japaner Saichi Toyoda, Gründer des Automobilherstellers Toyota. Ziel dieser „Warum?“-Fragen ist es, mit jeder Frage eine Ebene tiefer zu steigen.

Gerade, wenn du noch nicht so geübt darin bist, deine Gefühle zu fühlen oder sie zu benennen, kann diese Technik dir helfen, an die Ursache deiner Gefühle heranzukommen. Sie kann helfen, deinen Fokus darauf zu richten, Lösungen zu schaffen. Und negative Gedanken stoppen. Klingt super, oder?

Die 5-Warum-Methode funktioniert ganz einfach: Alles was du brauchst ist eine aktuelle Herausforderung oder ein Thema und etwas Neugierde. Wenn du magst, nimm Zettel und Stift zur Hand. Dann fragst du einfach fünf Mal hintereinander: „Warum?“. Manchmal reicht es auch schon, vier Mal „Warum?“ zu fragen. Am Ende kannst du deine Anfangsthese auch noch einmal umkehren und so einen neuen Blick auf die Herausforderung, oder dessen Lösung, bekommen. Zwei Beispiele:

Beispiel 01

These: „Das Leben zieht an mir vorbei“ (in diesem Beispiel wird fünf Mal „Warum?“ gefragt).

Warum hast du das Gefühl, das Leben ziehe an dir vorbei?
Weil ich keine Zeit für die Dinge habe, die mir wichtig sind.
Warum tust du nicht die Dinge, die dir wichtig sind?
Weil ich mich so viel um andere kümmere.
Warum kümmerst du dich so viel um andere?
Weil ich mir selbst nicht erlaube, glücklich zu sein.
Warum erlaubst du dir selbst nicht, glücklich zu sein?
Weil ich ein schlechtes Gewissen bekomme.
Warum bekommst du ein schlechtes Gewissen?
Weil meine Eltern mir vermittelt haben, ich sei egoistisch, wenn ich Dinge nur für mich tue.

Umkehrschluss:
Ich lebe nicht das Leben das ich gerne leben würde, weil ich Angst davor habe, egoistisch zu sein.

Durch die 5-Warum-Fragestellung sind schöne Glaubenssätze ans Tageslicht gekommen: „Ich darf nicht glücklich sein“ oder „ich bin egoistisch, wenn ich mich um mich selbst kümmere“. Allein durch diese Erkenntnisse, bekomme ich meine Handlungsvollmacht zurück. Ich kann mich in der nächsten, ähnlichen Situation, entscheiden, ob ich mich weiterhin von diesen Glaubensmustern bestimmen lasse. Oder ob ich ab jetzt einen anderen Weg wähle: Will ich mich von der Angst oder von der Liebe leiten lassen?

Lösung:
Entscheide ich mich für die Liebe, kann ich einen neuen Glaubenssatz formulieren. Ich kann üben, ihn in mein Leben zu integrieren. Und ich kann lernen, diesen neuen Weg behutsam zu gehen. Außerdem kann ich meinen Blick auf das Positive richten. Mein neuer Glaubenssatz könnte daher ab heute heißen: „Ich kümmere mich um mich selbst, folge meinen Träumen und bin glücklich und wertvoll.

 

Habit Tracker Vorlage

 

Beispiel 02

These: „Ich bin nicht gut genug“ (in diesem Beispiel wird vier Mal „Warum?“ gefragt).

Warum glaubst du, nicht gut genug zu sein?
Weil ich nicht weiß, was ich gut kann und was mich ausmacht.
Warum weißt du nicht, was dich ausmacht?
Weil ich kein Selbstvertrauen habe und mich stattdessen an anderen orientiere.
Warum vertraust du dir nicht und orientierst dich an anderen?
Weil ich nie gelernt habe, wie das geht und Angst davor habe, etwas falsch zu machen.
Warum hast du Angst davor, Fehler zu machen?
Weil ich für Fehler früher immer mit Liebesentzug bestraft wurde.

Umkehrschluss:
Wenn ich anfange, an mich selbst zu glauben, werde ich bestraft.

Mit dem Glaubenssatz: „ich werde bestraft, wenn ich an mich selbst glaube“ habe ich es schwer, meinen Träumen zu folgen. Oder glücklich im Hier und Jetzt zu sein – mit dem, was ich habe. Denn dieser Glaubenssatz vermittelt mir das unmittelbare Gefühl von Mangel. Diesen inneren Mangel versuche ich nicht selten in äußeren Besitztümern zu ersticken. Doch meist funktioniert das nur für kurze Zeit.

Bin ich im Mangel, ist meine Energiefrequenz außerdem sehr niedrig. Negative Gedanken haben es leicht, sich einzuschleichen. Mit dieser niedrig schwingenden Energiefrequenz ziehe ich durch das Gesetz der Anziehungskraft Menschen in mein Leben, die ebenfalls im Mangel leben und einen ähnlichen Glaubenssatz in sich tragen.

Solange ich also der Überzeugung bin, ich müsste bestraft werden, sobald ich an mich selbst glaube, werde ich mir immer wieder unbewusst Situationen kreieren, die genau dies bestärken. Sei es, weil ich andere für mich entscheiden lasse. Oder weil ich mich nicht für meinen Herzensweg entscheide – aus Angst, abgelehnt zu werden. Es ist also eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Lösung:
Wenn ich erkenne, dass Fehler etwas Tolles sind, da sie mir zeigen, wie etwas nicht funktioniert, kann ich mir erlauben, zu scheitern. Dann kann ich einfach wieder aufstehen, meine Krone richten und daraus lernen – anstatt mich vorher schon auszubremsen.

Meine Schwingung kann ich erhöhen, indem ich Dinge tue, die mir Freude bereiten. Um herauszufinden, was mir Spaß macht und welche Talente ich habe, könnte ich einfach mal ganz viel Neues ausprobieren. Und mich in winzigen Schritten auf meinen Herzensweg begeben. Durch diese erhöhte Energieschwingung, werde ich mich besser fühlen, eine andere Ausstrahlung haben und so Menschen in mein Leben ziehen, die ein ähnliches Mindset haben und mich stärken und aufbauen.

Meinen Glaubenssatz kann ich positiv umformulieren. Aus: „Ich werde bestraft, wenn ich an mich glaube“, wird: „ich glaube an mich und gehe mutig meinen Weg„.

Glaubenssätze verändern und Klarheit gewinnen

Du merkst, es ist gar nicht so schwer, seine innere Handbremse zu lösen und wieder mehr Leichtigkeit und Freude in sein Leben zu bringen. Lasse dich von alten Glaubenssätzen nicht aufhalten. Verändere sie und nutze die neue Kraft der Worte für dich. In diesem Sinne, schnappe dir Zettel und Stift und stelle dir die fünf wichtigen Fragen …

Hier findest du 7 Prinzipien die dir dabei helfen, dein Potential zu leben oder meine 20 Fragen für mehr Klarheit. Lese meinen Leitfaden für eine innere Inventur, meine 30 Zutaten für ein schöneres Selbst oder wie ich Freundschaft mit meiner Angst schloss.

Hilft dir die 5-Warum-Methode? Erzähle mir gerne davon in den Kommentaren. 

Foto: Daniel von Appen

 

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5-Warum-Methode

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2 comments

  1. Liebe Steffi,
    Das ist eine verblüffend einfache und doch effektive Übung. Eigentlich seltsam, dass es so wenig Menschen machen. Ich hab bei mir selbst den Impuls festgestellt, nach der ersten Frage aufzuhören. Dabei steckt noch so viel mehr dahinter.
    Danke dir für diese Inspiration. Ich werde die Technik jetzt öfters nutzen.

    Aber eine Frage habe ich noch dazu: bist du mit der Methode zu Erkenntnissen gekommen, die dir vorher nicht bewusst waren? Oder ist es eher so, dass dabei neu verknüpft wird, was man eigentlich schon weiß?

    Alles Liebe
    Janina

    1. Liebe Janina, man kann durchaus zu neuen Erkenntnissen gelangen mit dieser Methode. Je nach dem, wie intensiv man sich vorher schon mit sich beschäftigt hat oder regelmäßig reflektiert. Manchmal gelange ich zu anderen Schwerpunkten eines Themas mit dieser Technik. Liebe Grüsse, Steffi

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