6 Monate entschleunigen auf Sardinien – Ein Experiment

Sardinien Reisebericht

Ein halbes Jahr im Ausland zu leben ist prägend. Wie sehr, merkt man häufig erst wieder Zuhause. Eine sehr persönliche Hymne auf das Reisen und die mentalen Veränderungen, die das Reisen mit sich bringen kann.

Sechs Monate raus aus dem Alltag. Sechs Monate zusammen auf engstem Raum. Sechs Monate wenig Kontakt zur Außenwelt. Sechs Monate Einsamkeit. Sechs Monate wenig Ablenkung von außen. Den letzten Winter und dieses Frühjahr verbrachten mein Mann und ich auf Sardinien. Geplant waren sechs Wochen – es wurden sechs Monate. Keine Frage, Sardinien hat mich geprägt. Und auch etwas in mir tief verändert. Was genau das ist, habe ich in den letzten Monaten – wieder zurück in Deutschland – genauer unter die Lupe genommen und mich selbst im Alltag beobachtet…

 

„Nichts ist vergleichbar mit dem guten Gefühl,
an einen vertrauten Ort zurückzukehren und zu merken,
wie sehr man sich verändert hat.“
(Nelson Mandela)

 

In der Ruhe liegt die Kraft

Günni, unser Wohnmobil von 1990, stand gepackt vor der Tür in Hamburg. Wir wollten langsam anreisen. Und unserem Geist die Chance geben, hinterherzukommen. Stressige, arbeitsreiche Wochen lagen hinter uns. Wir waren müde und erschöpft. Also tuckerten wir mit geschmeidigen 90 Kilometer pro Stunde in Richtung Sardinien. Ich liebe es, die Landschaft während der Fahrt zu beobachten. Ihr dabei zuzuschauen, wie sie sich langsam verändert. Mit jedem Kilometer fühlte ich mich freier. Und ließ etwas mehr von meinem inneren Stress los.

Auf Sardinien angekommen, hatten wir eine Homebase im wunderschönen Ferienhaus unserer Freunde Anna und Gianni. Unser Wohnmobil kam natürlich auch zum Einsatz: auf unzähligen – langen oder kurzen – Touren quer über die Insel. Wir hatten also stabiles Internet zum Arbeiten, drei Hektar wildes Grundstück in der Natur, ein phänomenales und minimalistisches Haus, den weltbesten Meerblick, eine Gemüsekiste von Pedro und Sonne satt. Ich fühlte mich wie eine Königin und augenblicklich Zuhause.

wild wild country

In der Nebensaison auf Sardinien, neun Kilometer vom nächsten Dorf entfernt und abgeschieden in der Natur, findet man vor allem eins: Ruhe. Genau das war es, was wir suchten. Raus aus der Großstadt, rein in die Einsamkeit. Entschleunigen. Im Moment leben. Den Geist entleeren. Miteinander sein. Und Zeit haben. Kurzum: Weniger tun und wieder mehr sein.

Schöner Plan, doch in der Realität gar nicht so leicht. Denn ohne Ablenkung von außen musst du dir selbst begegnen. Und auch als Paar auf engem Raum, kann es eine Herausforderung sein. Eines ist sicher: Du kannst dich nicht verstecken. Und darfst all deinen Gefühlen – positiv wie negativ – ehrlich ins Gesicht blicken. Ein Experiment.

Eine persönliche Hymne

Ganz bewusst schreibe ich diesen Artikel mit etwas Abstand zur Reise – also fünf Monate später. So hatte ich genug Zeit, mich selbst in Alltagssituationen zu beobachten. Und zu reflektieren, was anders ist als vorher. Herausgekommen ist ein viel längerer Reisebericht als gedacht. Daher habe ich eine vierteilige Serie daraus gemacht.

Aber Achtung: Du findest hier keine Reise-Tipps zu Sardinien oder was du dir unbedingt anschauen solltest. Stattdessen erzähle ich dir ehrlich, welche Herausforderungen ich während dieser Zeit hatte. Und wie ich damit umgegangen bin. Denn Langzeitreisen ist nicht immer nur Zuckerschlecken. Und es ist viel mehr als Sonne und Strand: Eine Reise erweitert deinen Horizont – innen wie außen.

Man nimmt sich selbst ja überall mit hin, daher lernt man sich auch immer wieder ein Stückweit neu kennen. Eines ist sicher: Sardinien hat mein Herz erobert. Und ich habe viel über mich gelernt. In diesem sehr persönlichen und etwas anderen Reisebericht, teile ich also mit dir, wie diese lange Auszeit mich nachhaltig verändert hat. Vielleicht inspiriert es dich. Oder macht dir Mut, alle eventuellen Ängste über Bord zu schmeißen und selbst mal eine lange Reise anzutreten.

 

Sardinien Reisebericht

Alle Folgen meines etwas anderen Sardinien Reiseberichts im Überblick:

Einleitung: 6 Monate entschleunigen auf Sardinien – ein Experiment
Erste Folge: Minimalismus und Intuition
Zweite Folge: Langsamkeit und Kompass
Dritte Folge: Glaubenssatz und Beziehung + Fazit

 

Eine Reise zu dir selbst – auch was für dich? Erzähle mir doch von deinen Erfahrungen in den Kommentaren. Und solltest du jemanden kennen, den das Thema auch interessieren könnte – ich würde mich riesig freuen, wenn du diesen Artikel teilst. Von Herz zu Herz.

Fotos: Stefanie Adam

 

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Sardinien Reisebericht

 

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