Haare waschen ohne Shampoo: mein Langzeittest

Haare waschen ohne Shampoo alternative Mittel auf einem Teller

Haare waschen ohne Shampoo, geht das? Aber ja! Bei vielen Kulturen und Völkern gibt es schon lange alternative Haarwaschmittel. Unzählige Alternativen habe ich in den letzen Jahren ausgiebig getestet. In meiner vierteiligen Serie Haare waschen ohne Shampoo stelle ich vier Methoden vor.

Ich hatte es satt, jeden Tag meine Haare waschen zu müssen. Ich wollte morgens mehr Zeit und weniger Chemie auf meinem Kopf. Ganz im Sinne meines minimalistischen Lifestyles.

Haare waschen ohne Shampoo – der Anfang

Als erstes recherchierte ich nach Giftstoffen in Kosmetika. Meine Recherche ergab, dass ich eigentlich sofort ein Chemiestudium bräuchte – Ähm, ja – keine gute Idee.

Danach erstellte ich eine Liste mit den häufigsten Giftstoffen in Shampoos. Hier kannst du meine Liste mit den wichtigsten Giftstoffen runterladen. Ich verbrachte Stunden in Drogeriemärkten und Reformhäusern und suchte nach Shampoos. Meine Feststellung: Es ist leichter, die Nadel im Heuhaufen zu suchen, als ein Shampoo ohne Giftstoffe zu finden.

Eine andere Lösung musste her. Und da ich gerne experimentiere und einiges darüber gelesen hatte, war sofort klar: I go for „No-Poo“. Das ist drei Jahre her. Seitdem habe ich kein herkömmliches Shampoo mehr auf meinen Kopf gelassen, denn mein Haar ist gesünder denn je.

No-Poo – WTF?

„No-Poo“ ist die Abkürzung für „No (Sham)-Poo“ und beschreibt Methoden, das Haar nicht mit herkömmlichen Shampoo zu waschen. Ziel all dieser alternativen Haarwaschmittel ist es, die natürliche Talgproduktion der Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Denn durch herkömmliches Shampoo wird das natürliche Öl der Kopfhaut entfernt. Die Folge: Sie trocknet stark aus. Unser Körper produziert daraufhin immer mehr Sebum und der Teufelskreis ist perfekt – die Haare fetten sehr schnell nach.

bitte kein plastik

Viele Shampoos enthalten – wie schon angerissen – giftige Inhaltsstoffe. Sie werden über die Kopfhaut aufgenommen und gelangen dann weiter in unseren Körper. Da achtet man darauf, was man kauft, isst und trägt und holt sich dennoch die Gifte in den Körper – ich wollte dem ein Ende setzen.

Und leider steckt auch in sehr vielen Shampoos Mikroplastik: Diese kleinen Plastikkügelchen – Polyethylene – gelangen über das Abwasser in die Umwelt bis hin zu den Fischen, die wir wiederum verzehren. Auf der Seite vom Zentrum der Gesundheit findest du mehr Infos über das Thema Giftstoffe in Kosmetik und Shampoo.

Einmal durchfetten bitte!

Solltest du – so wie ich damals – auf No-Poo umsteigen wollen macht es Sinn, zuerst die natürliche Talgproduktion zu regulieren. Jetzt kommt der harte Teil: Lasse deine Haare dazu einmal komplett durchfetten. Dazu wasche sie nur noch ein mal pro Woche.

Zur Haarwäsche in der Einstiegsphase eignen sich Natron und im Anschluss eine saure Rinse sehr gut. In der zweiten Folge Haare waschen mit Natron beschreibe ich die Wäsche mit Natron genauer für dich.

Hallo Bratenfett

Das war definitiv der Teil, vor dem ich mich am meisten gefürchtet habe. Und rückblickend kann ich sagen: Bratenfett auf meinem Haar hätte auch nicht anders ausgesehen. Aber diese Phase geht vorbei und du wirst mit wunderschönen, glänzenden und gesunden Haaren belohnt.

Daher mein Tipp zum Waschen ohne Shampoo:

Mache das im Strandurlaub. Mit Sand und Salz im Haar fällt nicht auf, ob sie nass oder fettig sind. Denn bei mir hat die Umstellung ungefähr sechs Wochen gedauert. Aber keine Angst, du wirst keine sechs Wochen die „Bratenfettoptik“ tragen, es wird von Woche zu Woche besser werden.

Auch wenn dieser Punkt dich vielleicht abschreckt, No-Poo auszuprobieren: Dein Körper, deine Kopfhaut und deine Haare werden es dir danken. Und – Gott sei Dank – gibt es tolle Caps und Mützen.

Generell gilt:

Bürste deine Haare jeden Tag lange. Gerade in der Umstellungsphase hilft das Bürsten dabei, das natürliche Öl in die Längen zu bürsten, so dass es schneller verschwindet und die Spitzen nicht austrocknen. Dazu eignet sich eine Wildschweinborsten-Bürste hervorragend.

Solltest du vegan sein, kannst du natürlich auch eine andere Bürste nehmen. Für das Entwirren der Haare nach der Wäsche habe ich gute Erfahrungen mit dem Tangle Teezer gemacht.

Weitere Vorteile von No-Poo sind:

  • Dein Haar wird glänzender.
  • Es entsteht kaum noch Spliss.
  • Das Haar wird kräftiger.
  • Es bilden sich weniger Schuppen.
  • Natürliche Locken bekommen mehr Sprungkraft.
  • Haarwäschen nur noch alle 4 bis 10 Tage.
  • Keine Silikone, die das Haar unnötig beschweren.
  • Mehr Zeit für dich durch weniger Haarwäschen.
  • Geringe Kosten: Alle vorgestellten Zutaten halten lange und sind preisgünstig.
  • Umweltschonend: Keine Regenwaldabholzung für die Palmölgewinnung.
  • Giftstoffe gelangen nicht ins Abwasser.
  • Weniger Müllproduktion durch leere Plastikverpackungen.
  • Alle Alternativen sind tierversuchsfrei und vegan.

Meine vier Alternativen für die Haarwäsche ohne Shampoo sind:

  1. Natron
  2. Lavaerde
  3. Haarwaschseife
  4. Roggenmehl

Denn No-Poo ist keine komische Idee, sondern ein großartiger Trend der sich bereits seit längerem durch das Netz zieht. Vielleicht hast du ja Lust bekommen, mehr zu erfahren und es auszuprobieren?

Alle Folgen der Artikelserie Haare waschen ohne Shampoo im Überblick:

Einleitung: mein Langzeittest
Erste Folge: Natron
Zweite Folge: Lavaerde
Dritte Folge: Haarwaschseife
Vierte Folge: Roggenmehl + Fazit
Q&A: Die meist gestellten Fragen

Erzähle mir doch von deinen Erfahrungen in den Kommentaren. Ich bin sehr gespannt und immer offen, Haartechnisch Neues auszuprobieren. Und solltest du jemanden kennen, den das auch interessieren könnte – ich würde mich riesig freuen, wenn du diesen Artikel teilst.

Foto: Stefanie Adam

 

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Haare waschen ohne Shampoo, Stefanie Adam, www.feineseele.de

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13 comments

  1. Super, dass du die 6 Wochen durchgezogen hast 🙂
    Ich bin im Frühsommer auf Haarwaschseife umgestiegen und kenne daher das Gefühl, wenn das Haar auf einmal fettig wird 😉 Mit Roggenmehl habe ich es auch mal versucht, aber da werden meine Haare zu dünn von (also ich habe dünne Haare und durch die Seife erhalten sie aber trotzdem genügend Fülle) und hängen nur runter. Nun war ich Montag nach langem mal wieder beim Frisör und die gute Dame hat mir ernsthaft dreimal die Haare mit normalem Shampoo gewaschen. Um mir was gutes zu tun. Obwohl ich es nicht wollte. … Und oh wunder, seit dem juckt meine ausgetrocknete Kopfhaut.
    Wie machst du das bei Frisörbesuchen?
    Liebe Grüße, Frauke

    1. Liebe Frauke,
      juckende Kopfhaut ist doch doof, das braucht kein Mensch 😉
      Ich bringe beim Friseur immer meine Lieblingsmischung, oder eine Haarwaschseife mit und verzichte auf Conditioner, Gel, Wachs, etc. Lass dich nicht verunsichern, sollten sie blöd gucken 😉
      Hast du von der Seife Rückstände in deiner Bürste? Welche nimmst du?
      Liebe Grüsse, Steffi

  2. Liebe Steffi,
    ah, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen, einfach meine Seife mit zu nehmen 🙂
    Ich nehme die Seifen von Savion. Bis auf die Sportler- und Reiseseife komme ich mit allen klar. Die eine trocknet meine ganze Haut zu sehr aus.
    Ich habe leichte Rückstände in den Haaren bzw. meine Haare sind ummantelt. Aber genau die finde ich super 😉 Sehen tut man die Rückstände nicht, aber während ich früher unendlich viele Volumen-Styling-Sachen brauchte, um meine feinen Haare etwas fülliger zu bekommen, geschieht das nun automatisch mit der Seife. In meiner Bürste merke ich komischerweise nichts. Ich verwende manchmal Maisstärke als „Trockenshampoo“ und wenn ich das ausbürste, dann bleibt richtig was in der Bürste.
    Komm gut in die neue Woche!
    Liebe Grüße, Frauke

    1. Hey Frauke, für deine Haut habe ich einen tollen Tipp: ich liebe die Seifen von Khadi (ich mag Limone), die sind super rückfettend, die nehme ich nur für Gesicht und Haut (nicht für die Haare) und bin hellauf begeistert, weil sie die Haut spürbar samtig machen. 😉

  3. ich habe mir letzten herbst dreads machen lassen… seither habe ich (gezwungenermassen :)) meine haarpflege völlig umgestaltet.
    früher wurden die haare jeden tag gewaschen (shampoo, danach pflegespülung).
    heute wasche ich die dreads nur noch alle 14 tage. und es reicht absolut. so die letzten 2, 3 tage vor der anstehenden wäsche merke ich, dass die ansätze ein klein bisschen fettig werden (sehen tut man es aber überhaupt nicht), das ist aber auch schon alles.
    klar, wenn ich eine woche im urlaub war und dort die ganze nacht mit holz geheizt wird und abends noch grilliert, wasche ich auch mal nach einer woche bereits, damit nicht mein ganzer kopf nach rauch riecht (gerüche können ganz schön einziehen ;)), aber das sind die ausnahmen.

    ich wasche noch mit normalem shampoo (bin am reste aufbrauchen, die werden kaum leer wenn man nur noch alle 14 tage haare wäscht^^), danach schaue ich mich mal nach naturnäheren seifen um 🙂

    1. wow, alle 2 Wochen klingt gut, das kriege ich nicht hin 😉 Aber auf Naturseifen umzusteigen wird deinen Haaren sicher gut tun – und der Umwelt auch. Liebe Grüsse liebe Daria.

  4. Hallo, er stehe ich das richtig dass du sie Einmal hast durchfetten lassen und dann angefangen hast mit den natürlichen waschprodukten? Oder müsstest du die Haare 6 Wochen lang nur mit Wasser waschen ohne die natürlichen mittel? Liebe Grüsse
    Steffi

    1. Hallo liebe Namensvetterin 😉
      Schön, dass du auf Chemie im Haar verzichten willst. Ja, ich habe sie erst komplett durchfetten lassen. Das hat ca. 6 Wochen gedauert, aber nach 3 Wochen wird es deutlich besser. In dieser Zeit habe ich die Haare nur 1x pro Woche mit Natron gewaschen und eine Rinse hinterher gemacht. Ansonsten habe ich mich „gezwungen“, sie zwischendurch nicht zu waschen (die ersten 3 Wochen sind hart, weil soviel Talg produziert wird und die Produktion erst Nach und Nach nachlässt). Nach ca. 6-8 Wochen kannst du dann auf Roggenmehl o.ä. umstellen und das Natron weglassen, denn das ist dauerhaft nicht optimal. Ich hoffe, das hilft dir. Liebe Grüsse von Steffi

  5. Ich versuche gerade bedingt durch meinen Haarausfall auf Chemie zu verzichten sei es in Putzmitteln oder auch bei der täglichen Hygiene und Kosmetik. Ich ernähre mich weitestgehend Clean aber das mit dem shampoo ist mir in doch ein Anliegen dass es umzusetzen gilt. Ich danke dir für die detaillierten Tipps im diesem Blog.

  6. Hallo liebe Namensvetterin 🙂

    Ich habe heute meinen ersten Versuch mit Roggenmehl gemacht (blondiertes Haar, dünn, viel davon) ohne sie durchzufetten. Ich habe vorher schon seit längerem die Produkte von Lush genutzt und dazu Kokosöl. Nach der Roggenmehlwäsche sind meine Haare glänzend, fangen aber nach längerem Kämmen zu fliegen an. Und was mir aufgefallen ist: Ich bin nach der Wäsche deutlich dunkler…. kann das sein, dass Roggenmehl eine färbende Wirkung hat?
    Mit Natron und Rinse habe ich schon 2x mal probiert, danach hätte ich mir beinahe die Haare ausgerissen weil es so fest und verknotet war. Also bleibt dieses Mittel schön brav unberührt 🙂
    Nachfetten denke ich auch muss nicht unbedingt sein? Mit der Umstellung reguliert sich die Kopfhaut doch sowieso mit der Zeit. Würde mich über deine Meinung freuen.

    1. Hallo Stefanie, toller Name by the way 😉
      Dunkler sollten deine Haare vom Roggenmehl nicht werden, meine sind immer gleich hell. Ja, es kann sein, dass die Haare etwas mehr fliegen, denn sie werden nicht durch Chemie oder einen Silikonfilm beschwert. Sie fliegen übrigens besonders, wenn du z.B. eine Mütze aus Acrylwolle absetzt – Mützen aus echter Wolle lassen die Haare nicht so fliegen. Und auch Wildschweinborstenbürsten lassen die Haare zusätzlich fliegen nach dem Kämmen. Ich erinnere mich, dass es am Anfang schlimmer war, mittlerweile fliegen sie nur noch wenig. Sollten sie beim Bürsten fliegen, bürste deine Haare einfach abends mit der Wildschweinborstenbürste. Das würde ich dir empfehlen, wenn du die Haare nicht durchfetten lassen willst, denn die Borsten transportieren überschüssigen Talg ab. Es dauert sicher länger, und ob du dann – ohne Durchfetten – auf Haarwäschenabstände von ca. 4-7 Tagen kommst, wirst du ja sehen. Bleibst du bei 1-2 Tagen, würde ich irgendwann mal im Urlaub durchfetten lassen… Liebe Grüsse, Steffi

      dabei ist der Brathähnchenlook so schön 😉 –

  7. Hallo Steffi,

    wow krass dass du das mit dem Durchfetten geschafft hast. Ich traue mich das im Alltag leider nicht. In der Uni will ich dann doch irgendwie halbwegs gut aussehen. Ich wasche nun seit einem halben Jahr meine Haare ohne Shampoo, muss aber gestehen, ich bin mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden. Zu Beginn habe ich Haarseife aus dem Alnatura verwendet, aber auch schon Heilerde ausprobiert. Nun wasche ich seit min. 8 Wochen die Haare mit Natron und Apfelessig-Rinse. Aber mit dem Ergebnis bin ich nicht so sehr zufrieden. Ich versuche immer die Waschabstände hinauszuzögern (nicht mehr alle 2 Tage, sondern eher mal 3,4), aber meine Haare sehen häufig schon nach der Wäsche, wenn sie dann wieder trocken sind, strähnig aus und fühlen sich komisch an. Ich habe als Trockenshampoo auch schon mal Mehl benutzt, um die Optik zu verbessern. Aber langfristig möchte ich meine Haare schon gerne geschmeidig haben und auch bald mal wieder offen tragen können und nicht mehr so häufig waschen.

    Kannst du mir helfen?

    Liebe Grüße
    Catarina

    1. Hey Catarina, ich kann verstehen, wenn du im Alltag Probleme mit dem Durchfetten hast. Im Urlaub ist es auf jeden Fall einfacher. Ich kann mir vorstellen, dass dein Wasser sehr hart oder kalkhaltig ist (das kann man messen). Sollte eines von beiden sein, wird die Seife nicht richtig ausgespült und das Haar wirkt fettig. Ich war gerade auf Sardinien und dort war Seife eine Vollkatastrophe 😉 Probiere doch mal die Haarwäsche mit Roggenmehl aus (unbedingt das Helle). Bei Roggenmehl ist die Wasserhärte nicht entscheidend und auch Kalk macht keinen großen Unterschied in der Optik. Die Haare werden toll weich und geschmeidig, auch ohne durchfetten. Allerdings wirst du die Waschabstände nach meiner Erfahrung nur hinbekommen, wenn du sie irgendwann durchfettest und die Talkproduktion sich regulieren kann, denn es wird einfach sonst zuviel Talg produziert. Du könntest mit einer Wildschweinborstenbürste und einem Föhn Strähne für Strähne zusätzlich bürsten und so Seifenreste oder Talg aus dem Haar bürsten (wird durch die Hitze gelöst). Haare fliegen wahrscheinlich durch diese Borsten und es bilden sich Rückstände auf der Bürste vom Talg (wachsartig). Die kannst du mit einem alten Handtuch abwischen. Liebe Grüsse, Steffi

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