Shampoo-Alternativen: Haare waschen mit Natron

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Weil ich keine Lust mehr auf Chemie in meinen Haare habe, bin ich schon lange auf der Suche nach gesunden Alternativen, um meine Haare waschen. In dieser Folge der Serie Haare waschen ohne Shampoo stelle ich dir das Haushaltsmittel Natron vor.

Solltest du meine Einleitung zu diesem vierteiligen Test verpasst haben, kannst du in meinem Artikel Haare waschen ohne Shampoo: mein Langzeittest nachlesen, warum du überhaupt auf No-Poo umsteigen solltest und was das genau ist.

Haare waschen mit Natron

Schon seit langer Zeit gilt Natron als Wundermittel im Haushalt. Während es früher in fast allen Haushalten zu finden war, ist es heute etwas in Vergessenheit geraten. Das ist schade, denn es ist günstig, umweltfreundlich und vielseitig einsetzbar. Es eignet sich nicht nur zum backen, es dient auch hervorragend als Reinigungsmittel – auch für die Haare. Gängige Bezeichnungen für Natron sind Bullrich-Salz oder Kaiser Natron und du findest es in der Drogerie oder im Supermarkt.

Bekannt ist Natron seit dem frühen Altertum und der Name hat seinen Ursprung in Ägypten. Da es dort seit Jahrtausenden in den Seen von Wadi Natrun natürlich vorkommt und abgebaut wird, haben bereits die Pharaonen ein Gemisch aus Natron, Soda und Salz zur rituellen Reinigung und zur Mumifizierung verwendet.

Um Natron als Haarwaschmittel zu nutzen, musst du nicht viel vorbereiten. So brauchst du lediglich eine Schüssel, einen Löffel und etwas Wasser.

Und so geht’s:

  • 2 bis 3 EL Kaisernatron mit 1 bis 2 Tassen Wasser zu einem Brei verrühren.
  • Das Natron löst sich nicht vollständig auf, das ist normal und funktioniert trotzdem.
  • Auf nassem Haar schichtweise den Natronbrei auftragen  – Längen dabei auslassen.
  • Mit etwas Wasser einmassieren –  Natron schäumt jedoch nicht auf.
  • Dann die Haare gut ausspülen.

Nach der Wäsche

Nach der Haarwäsche erfolgt eine saure Rinse. Es gibt viele verschiedene Arten von Rinsen, der Klassiker – und meine bevorzugte Variante – ist die Essigrinse. Durch die Rinse wird die PH-Balance der Kopfhaut wieder hergestellt und die Schuppenschicht geschlossen. Die Folge: Deine Haare glänzen toll. Mische dazu 1 EL Apfelessig mit 500 ml Wasser. Je kälter das Wasser, desto effektiver ist es. Ich bekomme allerdings leicht Kopfschmerzen bei zu kaltem Wasser – meins ist daher lauwarm, aber auch das funktioniert wunderbar.

Haare spülen:

  • Die Rinse nach der Wäsche über die Haare schütten.
  • Sie kann im Haar verbleiben, oder mit etwas kaltem Wasser nachgespült werden – was ich bevorzuge.
  • Anfangs riecht es etwas nach Essig – der Geruch verfliegt beim trocknen.
  • Die Natronwäsche sollte nicht zu häufig angewendet werden, da sie die Haare austrocknen kann.
  • Vorsicht bei gefärbten oder gesträhnten Haaren: Dauerhaft verwendet kann Natron die Farbe entziehen.

Vorteile der Natron-Methode:
Der Preis ist unschlagbar günstig. Auch wenn es anfangs ungewohnt ist, sein Shampoo anzurühren: Natron wäscht gut. Das Haar wird sauber und glänzend.

Nachteile:
Durch die krümelige Substanz lässt sich Natron nicht gut einmassieren. Je nach Haartyp kann Natron die Haare austrocknen.

Du siehst, Haare waschen muss nicht teuer sein und kommt ganz ohne Chemie aus. Sicher ist es anfangs etwas ungewohnt, sein Shampoo erst anzurühren. Daran gewöhnt man sich allerdings schnell. Und im Hinblick auf weniger Plastik und Müll im Haushalt mach ich das gerne. In der nächsten Folge teile ich meine Haarwasch-Erfahrungen mit Lavaerde.

Alle Folgen der Artikelserie Haare waschen ohne Shampoo im Überblick:

Einleitung: mein Langzeittest
Erste Folge: Natron
Zweite Folge: Lavaerde
Dritte Folge: Haarwaschseife
Vierte Folge: Roggenmehl + Fazit
Q&A: Die meist gestellten Fragen

Erzähle mir doch von deinen Erfahrungen in den Kommentaren. Ich bin sehr gespannt und immer offen, Haartechnisch Neues auszuprobieren. Und solltest du jemanden kennen, den das auch interessieren könnte – ich würde mich riesig freuen, wenn du diesen Artikel teilst.

Foto: Stefanie Adam

 

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Haare waschen mit Natron, Stefanie Adam, www.feineseele.de

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4 comments

  1. Liebe Steffi

    Ich bin gerade in der Fase meine Haare durchfetten zu lassen und wie du ja geschrieben hast sollte man dann mit Natron waschen, bleicht es jedoch nicht die Haare??

    LG

    1. Hallo Barbara, keine Angst, Natron bleicht die Haare nicht sofort aus 😉 Du solltest es trotzdem nicht dauerhaft verwenden, doch ein paar Wochen oder 1-3 Monate sind überhaupt kein Problem. Die Haare sind allerdings mit anderen alternativen Mitteln schöner und weicher, daher würde ich empfehlen, es nur für die Fettphase zu verwenden, weil es einfach am effektivsten ist. Liebe Grüsse, Steffi

  2. Hallo Steffi,

    ich bin auch schon länger mit meinem Haar unzufrieden. Habe alles ausprobiert was Schwartzkopf und Co zu bieten haben, um doch festzustellen das nach einem Tag Schönheit durch Chemie, zwangsläufig ein Bad-Hair-Day (Ich glaube dieser Begriff ist auch nur so alt wie die Kosmetikindustrie) folgt. Also habe ich mich in den letzten Jahren im Teufelskreis des fast täglichen Frisierens befunden.

    Nun bin ich auf No-Poo gestoßen und lasse meine Haare seit einer Woche ohne Chemie. Nun waren sie aber so fettig, dass ich mich sehr unwohl mit meiner mangelnden Haarpracht gefühlt habe. Lavaerde hatte ich schon vor längerer Zeit ausprobiert, doch die machte meine Haare zu strohig. Nun bin ich auf deinen Tipp mit dem Natron plus Essigrinse gestoßen und sehr dankbar. (= Mit diesem Wissen sehen meine Haare viel besser als mit der Lavaerde.

    Wie lange machst du schon No-Poo und weißt du ob man es auch mit gefärbtem Haar kombinieren kann?

    Liebe Grüße, Maria
    http://blogcolores.com

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