Gelassen durch die Krise

Herausforderungen meistern

Herausforderungen zu meistern ist gerade als sensibler Mensch manchmal gar nicht so leicht. Denn die eigenen Gefühle können ganz schön überfordern. Doch es gibt ein paar Stellschrauben, die dabei helfen, auch in wilden Zeiten ruhig und gelassen zu bleiben …

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Lange Zeit war mein Lebensmotto: „Augen zu und durch“. Ich habe nicht gewusst, dass ich die Gabe besitze, Hochsensibel zu sein und war von meiner feinen Wahrnehmung und Sensibilität regelmäßig überfordert. Viele Jahre habe ich versucht, meine Feinfühligkeit zu überspielen und vorgegeben „cool as fuck“ zu sein, um nicht aufzufallen. Sätze wie: „Stell dich nicht so an“ oder „sei nicht so emotional“ habe ich mir nicht nur oft selbst gesagt – ich habe sie auch regelmäßig von Mitmenschen gehört. Der Preis war hoch: Viele Jahre war ich nicht authentisch und fühlte mich wie ein Alien im falschen Universum und ein Druckkochtopf kurz vorm Platzen.

Hochsensibel in der Gesellschaft

Bislang war auf unserer Welt wenig Platz für besonders sensible, hochsensible oder empathische Menschen. Sie passten nicht zum generellen Motto: „Höher, Schneller, Weiter“ und wurden schnell als „Sensibelchen“ oder „Empfindlich“ abgestempelt. Als Gesellschaft haben wir nie gelernt, mit feinfühligen Menschen umzugehen. So fühlen sich sensible Menschen, in wilden Zeiten wie diesen, schnell als Außenseiter oder missverstanden.

Kennst du das auch von dir? Dass du von der Wucht deiner eigenen Gefühle überfordert bist und dich lieber von ihnen ablenkst, anstatt sie intensiv zu fühlen? Dass du Angst hast, ins Bodenlose zu fallen, wenn du es doch tust oder dich dafür abwertest, dass du noch keinen Königsweg gefunden hast, mit Herausforderungen oder Kontrollverlust umzugehen?

Kopf und Herz

Ich glaube: Die Welt braucht sensible Menschen – die feinen Seelen – mehr denn je. Gerade jetzt, in großen, weltlichen Umbruchsphasen. Denn die Art eher Herzgesteuert und kreativ durchs Leben zu tänzeln, wie es viele sensible Menschen tun, ist ein wichtiger Gegenpol zur analytisch denkenden, eher kopfgesteuerten, Masse. Keine Herangehensweise an das Leben ist besser oder schlechter. Im Gegenteil: beide Pole wichtig.

Wir brauchen neue Vorbilder,
die uns zeigen, dass es sicher ist,
alle Gefühle zu fühlen.

Also trau auch du dich, noch viel mehr zu deiner ganzen Gefühlspalette zu stehen und sie auszuleben. Sei selbst das Vorbild und inspiriere auch andere Menschen dazu. Schäme dich nicht dafür, sondern liebe all deine Facetten. Fühle, fühle, fühle. Du wirst merken, dass dir dieses Gefühlstraining auch dabei hilft, in wilden Zeiten nicht unterzugehen und mit neuen Herausforderungen – oder einer Überforderung – besser umzugehen. Ein weiteres Plus: Du wirst achtsamer dafür, welche Gefühle zu dir gehören und welche du unbewusst von Anderen übernommen hast, die dir dann das Leben schwer machen. Hier kommen ein paar Hilfestellungen, mit deren Hilfe du gelassener durch Krisen aller Art gehst:

/ Biete deinem Geist Entspannung

Auch dein Geist braucht ab und zu mal eine Pause, um schlechte Laune, Überforderung oder Stress vorzubeugen. Schaue dir an, wo du deinen Geist zwanghaft beschäftigt hältst, um hochkommende Gefühle nicht fühlen zu müssen. Wo lenkst du dich ab? Wo verhinderst du die Stille und sorgst aktiv für permanente Hintergrundbeschallung? Erlaube dir, innerlich leer zu werden. Stell dir einen Kaffeefilter vor: Ist dieser voll, schmeckt neuer Kaffee bitter. Genauso ist es auch in deinem Kopf: Alte Reize wollen verarbeitet werden und müssen erst integriert werden – also der Filter geleert werden – bevor wieder neue Informationen hinzukommen und verarbeitet werden können.

/ Meditiere täglich

Sicherlich hast du das schon tausendfach gehört. Aber wendest du es im Alltag auch an? Meditierst du täglich, und gibst so nicht nur deinem Geist die wohlverdiente Pause, sondern schulst dich ebenfalls darin, deine Gedanken zu beobachten – ohne sie zu bewerten? Vielleicht wirkt der Gedanke daran, zum Beispiel 20 Minuten am Stück still zu sitzen und nicht zu reden bedrohlich auf dich. Für mich war dies anfangs eine große Herausforderung. Denn in der Meditation merken wir oft erst, wie laut unser Kopf ist und wovor wir uns sonst eigentlich ablenken.

Die Meditation bietet dir ein sicheres Spielfeld, indem du ausprobieren kannst, deine Gefühle zuzulassen. Dabei ist es ganz egal, wie deine Art der Meditation aussieht. Sie verändert nicht nur dein Hirnmuster oder sorgt dafür, dass sich deine grauen Zellen vermehren: Sie schafft auch einen Nährboden für mehr Achtsamkeit und Gelassenheit im Alltag.

/ Betreibe Gedankenhygiene

Auch negative Nachrichten oder der tägliche Konsum von News verstopft den inneren Filter im Kopf. Um das zu verhindern, entscheide ganz bewusst, welche News du konsumierst – und in welchem Maß du sie an dich heranlässt. Ich lese sehr wenig – und nur gezielt – die Nachrichten. Denn die meisten Nachrichten da draußen sind negativ und haben keinen hohen Informationswert. Für mich hat das übrigens nicht nur etwas mit Desinteresse, sondern vor allem damit zu tun, meine sensible Seele zu schützen, Gedankenhygiene zu betreiben und achtsam dafür zu sein, was mir Energie gibt und was nicht. Und die meisten Nachrichten ziehen mir persönlich eine Menge Energie. Aber keine Sorge: Die wichtigen Sachen erfährst du auch so – ohne dass du zweimal täglich die Newsseiten lesen musst.

/ Minimiere die Reize

Um als sensibler Mensch mit Herausforderungen besser umzugehen, hilft es, wenn du die Reize im Außen minimierst. Denn durch ein minimalistischeres Leben, bleibt mehr Raum für Wesentliches. Und du kannst leichter erspüren, welches Tempo richtig für dich das Richtige ist, um in deiner Mitte zu bleiben. Oder wann es besser ist, eine Pause einzuschieben. Mir hilft die Natur dabei, mich immer wieder zu erden und Zugang zu meiner Intuition zu bekommen, sollte die mal lahmgelegt sein, weil ich wieder zehn Schritte zu schnell gelaufen bin. Hältst du auch dein Zuhause ordentlich und strukturiert, überträgt sich diese Klarheit auch auf deinen Geist. Wenn ich also überfordert bin oder mich gestresst fühle, setze ich das Aufräumen ganz bewusst ein, um entspannter zu werden.

/ Setze Grenzen

Die vorherigen Tipps helfen dir dabei, zurück in deine Mitte zu kommen. Das ist wichtig, um noch einen Schritt weiter zu gehen. Denn um eine Überforderung vorzubeugen, ist es wichtig, dass du schon im Vorwege lernst, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen. Gerade im Umgang mit Energievampiren – also sehr negativen Menschen – ist das ein wichtiger Teil deiner Selbstfürsorge. Sprich darüber, wie du dich fühlst und sage zum Beispiel: „Danke, dass du mir von deinen Gedanken erzählst, aber das ist mir gerade etwas zu viel“. Trau dich, Nein zu sagen, denn ein Nein zu Anderen, ist ein Ja zu dir selbst und zu deiner positiven Energie. In Zeiten wie diesen, wo sehr viel Angst und Unsicherheit kursiert, ist es leicht, auf den Negativzug mit aufzuspringen und zu jammern oder sich selbst zu bemitleiden. Doch das bringt dich nicht weiter und kostet sehr viel Energie. Von daher ist es so wichtig, Grenzen zu setzen, um Nähe zu finden.

/ Sprich über deine Gefühle

Solltest du nie gelernt haben, über deine Gefühle zu sprechen, ist dieser Teil die Königsdisziplin. Aber darin liegt auch eine große Befreiung, denn so kannst du die innere Last befreien oder verteilen. Beziehe Mitmenschen mit ein und erzähle darüber, wie du dich fühlst. Erzähle, in welchen Prozessen du dich gerade befindest oder was du in Zukunft anders machen willst. Das hilft dabei, dass diese Menschen nicht verunsichert sind, solltest du dich in Zukunft anders verhalten, als sie es von dir gewohnt sind. Und auch du verspürst weniger Druck, einer bestimmten Rolle entsprechen zu müssen. Also hol andere unbedingt mit ins Boot und lerne, Worte für deine Gefühle zu finden.

Sollte dir das schwerfallen, vereinbare Codewörter – also Begriffe, die du dann sagen kannst, wenn dir alles zu viel wird, dir aber gerade die Worte fehlen oder du dich erstmal sammeln musst. Meinem Mann und mir hat das anfangs sehr geholfen, um einander besser zu verstehen und dafür zu sorgen, dass unsere Beziehung von meiner Hochsensibilität profitiert.

 

Herausforderungen meistern

All diese Schritte helfen dir dabei, deine eigene Sensibilität anzuerkennen. Und besser mit Herausforderungen oder Krisen umzugehen oder ihnen sogar vorzubeugen. Ganz egal, wie wild die Welt da draußen gerade rotiert oder wie Negativ vieles erscheinen mag – es gibt immer schöne Momente und Licht in der Dunkelheit!

Also, richte deine Kraft und deinen inneren Scheinwerfer auf all die positiven Dinge des Lebens aus und konzentriere dich darauf, wo du in überwältigenden Situationen dennoch Handlungsspielraum hast. Werte dich nicht ab und verzeihe dir, wenn du du nicht jeden Schritt sofort so umsetzen kannst, wie du es gerne hättest. Geh die Schritte einfach in deinem Tempo und lerne die wunderschönen Seiten deiner Sensibilität zu lieben. Sei dein eigener Fels in der Brandung und bleibe gelassen, wenn um dich herum der größte Sturm tobt. Du siehst, es liegt in deiner Hand. Das ist doch zu schaffen, oder?

 

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